Alles Rosa in 2022

Alles Rosa - auch in 2022

Sommerzeit ist Rosèzeit. Mit seinem geringen Alkoholgehalt und frischen Aromen ist der Roséwein für viele die erste Wahl auf Balkon, Terrasse oder Picknickdecke. Laut der Weinmarktdaten des Nielsen Homescan Panels machen Roséweine über das Jahr gesehen bereits zwölf Prozent aller Weineinkäufe in Deutschland aus. Besonders beliebt sind Weine aus der Heimat: Fast jede zweite Flasche Rosè kam 2020 aus Deutschland. Unter den internationalen Herkunftsländern stehen Frankreich und Spanien mit je 13 Prozent an zweiter Stelle. Die meisten greifen dabei zum Spätburgunder (13%), Dornfelder (11%) oder Portugieser (10%). Sogenannte graue Rebsorten sind hingegen nicht für die Erzeugung von Roséweinen zugelassen – ihre Schalen sind selbst bei Vollreife zu hell.

Dies hat mit der Herstellung von Roséweinen zu tun: Jede Traube hat helles Fruchtfleisch. Die Farbe sitzt in der Schale. Während Rosèweine außerhalb der EU durchaus eine Mischung aus roten und weißen Weinen sein können, ist ein echter Rosé ein hellfarbiger Wein aus roten Weintrauben. Dabei gibt es drei Methoden, einen Rosé zu keltern: Durch Mazeration, per Abpressung oder mit der Saignée-Methode. 

  • Mazerieren bedeutet so viel wie „auslaugen“. Es bezeichnet das Einwirkenlassen einer Flüssigkeit auf einen Ausgangsstoff. Der Most kommt in direkten Kontakt mit den Schalen und erhält so die Farb- und Aromastoffe. Je länger er liegt, desto dunkler, voller und intensiver wird der Wein. Ein Rosé erhält durch sein kurzes Mazerieren weniger Farb- und Aromastoffe als ein Rotwein und dadurch nur eine leichte Färbung.

 

  • Beim Abpressen kommt der Most gar nicht in Kontakt mit den Schalen. Stattdessen presst der Winzer die roten Trauben unzerkleinert und vergärt sie wie ein Weißwein. Dabei entstehen sogenannte Weißherbste, also sehr helle Roséweine. 

 

  • Die Saignée-Methode ist die dritte Variante. Saignée entstammt dem französischen Wort für bluten und bedeutet Aderlass. Hierbei lässt man den Gärbehälter mit der Rotwein-Maische zur Ader: es wird ohne Pressung 10–20 % des Mostes abgezogen. Dieser hat dann eine rötliche Farbe und wird zu Roséwein weiter vergoren. Aus dem Rest wird ein umso intensiverer Rotwein – daher erzeugen vor allem Winzer in traditionellen Rotweingebieten Saignée-Roséweine, beispielsweise in Bordeaux.

 

Appetit bekommen? Schauen Sie sich unsere neue Aktion “5+1 Karton” an:

Beitrag teilen: